Doppelter Abiturjahrgang - Infos und Tipps für Betroffene

Doppelter Abiturjahrgang

Wann ist welches Bundesland an der Reihe?

  • 2011: Bayern, Niedersachsen
  • 2012: Baden-Württemberg, Berlin, Bremen,
    Brandenburg, Hessen 1. Etappe
  • 2013: Nordrhein-Westfalen, Hessen 2. Etappe
  • 2014: Hessen 3. Etappe
  • 2016: Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz nur an Ganztagsschulen

Im Saarland war es bereits 2009 so weit. 2010 war Hamburg dran. Und 2011 werden die großen Bundesländer Niedersachsen und Bayern folgen, 2013 Nordrhein-Westfalen.

Worum es geht? Na um den doppelten Abiturjahrgang. Die damit verbundenen Herausforderungen treffen nicht nur Schulen und Universitäten, sondern vor allem die Abiturienten!

G8-Problematik: Doppelter Jahrgang und Ansturm auf Studien- und Ausbildungsplätze

Das „G“ steht für Gymnasium und die „8“ für 8 Schuljahre. G8 ist also die Gymnasialzeit, die man nach 8 Jahren beendet. Das Abitur erlangt man daher schon nach der 12. Klasse – die 13. Jahrgangsstufe fällt also gänzlich weg. Die betroffenen Abiturienten können bereits ein Jahr früher ein Studium bzw. eine Ausbildung beginnen oder auch das Jahr für ausgedehnte Auslandsreisen nutzen.

Die Verkürzung der Gymnasialzeit von 9 auf 8 Schuljahre ist aber mit Problemen verbunden. So wird es, jeweils abhängig vom Zeitpunkt der Umstellung, in einigen Bundesländern zwei Jahrgänge geben, die ihr Abitur zeitgleich ablegen. Abgeschlossen ist der Wechsel bereits im Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Sachsen-Anhalt. In Thüringen und Sachsen existiert das 8-jährige Gymnasium bereits seit 1991 bzw. 1992, daher ist dort doppelter Abiturjahrgang kein großes Thema mehr.

Was bedeutet das für mich?

Für doppelte Abiturjahrgänge bedeutet diese Umstellung letztendlich, dass es für sie schwieriger wird, einen Ausbildungs- bzw. Studienplatz zu bekommen, da es – gemessen an der Zahl der Abiturienten – zu wenig Plätze geben wird. Denn nur, weil es mehr Bewerber geben wird, werden Unternehmen nicht automatisch mehr Azubis einstellen. Zwar werden die Hochschulen versuchen, die Studienplätze zu erhöhen und ihre Kapazitäten auszubauen, fest steht aber, dass nicht jeder (s)einen (Wunsch)Studienplatz bekommen wird. Daher ist es wichtig, flexibel und mobil zu sein, besonders wenn die bevölkerungsreichsten Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen so weit sind. Es ist besonders dann ratsam, in den Bundesländern nach Ausbildungs- oder Studienplätzen zu suchen, wo doppelter Abiturjahrgang kein Thema ist.
Da nun auch für Jungs die Wehrpflicht entfällt, werden – zusätzlich zu der Problematik der doppelten Jahrgänge – noch mal mehr Abiturienten vor der schwierigen Frage stehen – und was jetzt?

Was kann ich als Betroffene/r der doppelten Abiturjahrgänge tun?

Zunächst ist es wichtig, dass Du Dich gut informierst. Resignieren solltest Du auf keinen Fall, denn es gibt viele Möglichkeiten der großen Masse an Absolventen zu entgehen. Welche Optionen Du hast, wollen wir Dir auf dieser Webseite vorstellen.

Kurz gesagt gibt es für Dich folgende Ausweichmöglichkeiten:

  • das Studium bzw. die Ausbildung in einem anderen Bundesland absolvieren, in dem die Umstellung auf G8 bereits abgeschlossen ist oder später erfolgt
  • das Studium im Ausland absolvieren (oft spart man sich hier den NC)
  • einen Auslandsaufenthalt einschieben
  • etc.

Der frühe Vogel...

Am besten ist es, wenn Du Dich so früh wie möglich über das Thema "Doppelter Abiturjahrgang" informierst – so bleibt noch genug Zeit für alle Planungen und Du bist dann denen zeitlich voraus, die sich erst zum Zeitpunkt des Abiturs hin entscheiden. Es ist auch besonders ratsam frühzeitig zu planen, wenn Du vor hast ins Ausland zu gehen. Viele Organisationen von Auslandsprogrammen haben oft nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen verfügbar, einige werden aber voraussichtlich ihre Kontingente ein wenig aufstocken können.